Fernosten und Welthandelsorganisation

Der Beitritt Russlands zu der Welthandelsorganisation 2012 war höchst bedenklich, weil die geänderten Verhältnisse von Zolltarifen, Bedingungen staatlicher Unterstützung, Zertifizierung und Lizenzierung inländische Hersteller konkurrenzunfähig machen konnten. Im Laufe von der Vorbereitung des Beitrittes wurde die Arbeit an der Angleichung der Normen von Welthandelsorganisation und Zollbündnis durchgeführt.

Den Beitritt zu der Welthandelsorganisation kam die Zuarbeit zuvor: Es wurden verschiedene fachtechnische Regeln nahegebracht, Zollgebühren mit Standards in Einklang gebracht. Der Beitritt zu der Welthandelsorganisation forderte es, Zollsätze von ausländischen Arzneien, technologischer Ausrüstung, Baugeräten, Forschungsanlagen und Messmitteln, Computern, Haushaltstechnik, einzelnen Gruppen von Lebensmitteln zu senken (was Fleisch betrifft, so bewahrte Russland die Möglichkeit, Quoten für den Import festzusetzen). Ein durchschnittlich gewogener Gebührensatz ist zum Ende der Übergangsperiode bis 7,15 % darunter für Landwirtschaftswaren von 15,2 % bis 11,3 %, für Industriewaren von 11,3 % bis 6,4 % zu sinken.

Änderung von Einfuhrabgaben nach dem Beitritt zu der Welthandelsorganisation

Warengruppen

Anfangsniveau, %

Gesunkenes Niveau, %

Molkereiprodukte

19,8

14,9

Chemische Erzeugnisse

6,5

5,2

Fahrzeuge

15,5

12,0

Elektrische Ausrüstung

8,4

6,2

Holz und Papier

13,4

8,0

Fischproduktion

10,0

3,0

Die Importsteigerung von teureren Importerzeugnissen war die Hauptbefürchtung russischer Hersteller, die den Beitritt zu der Welthandelsorganisation betraf. Diese Befürchtungen wurden teilweise zur Gewissheit: Nach dem Beitritt der Russischen Föderation zu der Welthandelsorganisation wuchs das Importieren von Maschinen und Ausrüstungen, Lebensmitteln und einigen Bezeichnungen der Landwirtschaftsproduktion (Milch und Molkereiprodukte, Fleisch, frisches Gemüse), Textilwaren, Kleidungsstücken und Schuhen in besonderem Maße.

Die ermäßigten Zollgebühren machten andererseits importierte Ausrüstungen und Technologien für russische Hersteller zugänglicher. Es ist zu erwarten, dass der Summeneffekt der Senkung von Zollsätzen (darunter von Ausfuhrzöllen) und der Verbesserung des Zuganges zu ausländischen Märkten für russische Exporteure auf die Länge positiv sein wird. Der Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes kann nach den Einschätzungen der Weltbank auf die Länge 11% ausmachen. Die Steigerung von russischen Nichtrohstoffexporten ist eine der Bedingungen für die Bildung eines positiven Effektes.

Unter den nichtfinanziellen Folgen des Beitrittes zu der Welthandelsorganisation ist die Anpassung der russischen Gesetzgebung an internationale Standards, was die Erhöhung der Transparenz von Business sowie die Verbesserung der Berechenbarkeit und Stabilität der außenwirtschaftlichen Tätigkeit sichern wird.

Für die Fischerei, die einer der Schwerpunkte der Tätigkeit für Fernosten ist, sind die Folgen des Beitrittes zu der Welthandelsorganisation zweideutig. Die russische Fischerei ist auf ausländische Absatzmärkte orientiert (die Russische Föderation ist einer der wichtigsten Fischlieferanten in China), es wird dabei im Großen und Ganzen Gefrierfisch verkauft und das Niveau der Verarbeitung bleibt in der Branche sehr gering. Ein Teil der exportierten Fische wird in Form von verarbeiteten Produkten zurückgeliefert. Der Beitritt zu der Welthandelsorganisation öffnete den russischen Markt für Produkte von minderer Qualität, es ist aber für die exportierenden russischen Fische unterdessen schwer, nach dem Preis mit den Produkten aus China und Japan zu konkurrieren, wo die Fischerei bedeutend unterstützt wird. In Russland gelten ja die folgenden Maßnahmen der staatlichen Unterstützung, die im Rahmen der Welthandelsorganisation genehmigt sind: Subventionen für die Zahlung von Zinsen für Kredite für Ausbau und Erneuerung der fischverarbeitenden Infrastruktur und Schiffe der Fischfangflotte; Ermäßigungen bei Gebührenzahlung für das Recht auf Benutzung von lebenden Wasserressourcen.

Die Exporteure verschiedener Rohstoffarten, deren Rolle in der Wirtschaft des Fernöstlichen föderalen Bezirkes hoch ist, verlieren wegen des Beitrittes zu der Welthandelsorganisation in der Mehrzahl nichts. Man kann unter Ausnahmen Erdgasgesellschaften nennen, die den Preisdruck spüren.

Die Holzindustrie, die sich in dem Fernöstlichen föderalen Bezirk dank wesentlichen Waldressourcen auch potentiell entwickeln kann, erhielt ermäßigte Gebühren für die Holzausfuhr, was die Motivation verminderte, holzverarbeitende Produktionen zu schaffen. Es ist möglich, konkurrenzfähige Erzeugnisse der Holzverarbeitung unter der Bedingung zu produzieren, automatisch ablaufende Produktion zu organisieren.

Trotzdem der Beitritt zu der Welthandelsorganisation die Situation in vielen Branchen erschwert, ist es möglich, den ungünstigen Effekt bei der Realisierung eines innovativen Szenariums der Wirtschaftsentwicklung zu reduzieren. Es sind im Rahmen des Fernöstlichen föderalen Bezirkes Plätze vorbereitet, um Innovationen einzuführen und Produktion mit einem hohen Mehrwert zu organisieren, das heißt Gebiete für vorrangige Entwicklung.