Firmenarten in Russland

Die juristischen Personen in Russland werden in kommerzielle und nicht-kommerzielle Organisationen aufgeteilt. Zu den meist verbreiteten organisationsrechtlichen Formen der kommerziellen Organisationen gehören Aktiengesellschaften (öffentliche und nichtöffentliche). Die natürlichen Personen dürfen die Unternehmenstätigkeit ausüben, wenn sie als Einzelunternehmer eingetragen sind.

Die Struktur der organisationsrechtlichen Formen ist in Russland durch Zivilgesetzbuch der RF bestimmt. Das Zivilgesetzbuch setzt zwei Hauptgruppen der Unternehmer nach ihrem rechtlichen Status voraus: natürliche und juristische Personen.

Einzelunternehmer – das sind natürliche Personen, die in gesetzlicher Weise gemeldet sind und die die Unternehmenstätigkeit ohne Bildung der juristischen Person ausüben, dazu gehören auch Leiter der Bauernwirtschaften (Farmwirtschaften).

Juristische Person – das ist eine Organisation, die ein Sondervermögen im Eigentum, in wirtschaftlicher Führung bzw. in operativer Verwaltung hat und die mit diesem Vermögen für die Verbindlichkeiten haftet, die in ihrem Namen Vermögensrechte und persönliche Nichtvermögensrechte erwirbt und ausübt, Pflichten trägt, klagen und verklagt werden kann.

Nach dem Ziel der Tätigkeit unterscheidet man kommerzielle und nicht-kommerzielle Organisationen. Kommerzielle Organisationen setzen die Erwirtschaftung eines Gewinns als Ziel, das Hauptziel der nicht-kommerziellen Organisationen ist mit keiner Erwirtschaftung des Gewinns verbunden, sie können aber auch kommerzielle Tätigkeit ausüben.

In Abhängigkeit von der organisationsrechtlichen Form werden einige Arten von kommerziellen und nicht-kommerziellen Organisationen ausgesondert. Zu den kommerziellen Organisationen gehören Kapitalgesellschaften, Handelsgesellschaften, Produktionsgenossenschaften und Einheitsunternehmen. Zu den nicht-kommerziellen Organisationen gehören Verbrauchergenossenschaften, gesellschaftliche Vereinigungen und religiöse Organisationen, Institutionen, Stiftungen.

Nach den Beziehungen mit den Gründern unterscheidet man die organisationsrechtlichen Formen, deren Gründer das Eigentumsrecht auf Einlagen bewahren (staatliche und städtische Einheitsunternehmen, Institutionen, die vom Inhaber finanziert werden) und Formen, wo der Gründer das Eigentumsrecht auf Einlagen verliert. Im letzterwähnten Fall kann der Gründer bestimmte Forderungsrechte gegenüber der juristischen Person erhalten (bei Kapital- und Handelsgesellschaften, Produktionsgenossenschaften und Verbrauchergenossenschaften) oder auch keine Rechte gegenüber der gegründeten Organisation erhalten (gesellschaftliche Organisationen (Vereine), religiöse Organisationen, Stiftungen und andere Fonds, Vereinigungen und Verbände, die juristische Personen vereinigen, und sonstige nicht-kommerzielle Organisationen).

Organisationsformen von Unternehmen

Als meist verbreitete organisationsrechtliche Formen der kommerziellen Organisationen gelten Gesellschaften mit beschränkter Haftung und Aktiengesellschaften.

Gesellschaft mit beschränkter Haftung – das ist eine Handelsgesellschaft, die von natürlichen oder juristischen Personen gegründet ist und deren Stammkapital in Teile aufgeteilt ist. Die Gesellschafter haften für die Verpflichtungen der Gesellschaft nur im Rahmen der ihnen angehörenden Teilen an Stammkapital. Operative Verwaltung der Gesellschaft wird vom vollziehenden Organ ausgeübt, und Strategiemanagement wird von der Gesellschafterversammlung ausgeführt. Der Gewinn von OOO (GmbH) wird unter den Gesellschafter gemäß der Satzung der Gesellschaft aufgeteilt. Der Gesellschafter ist berechtigt seinen Anteil an Stammkapital zu verkaufen oder abzutreten, darüber hinaus kann er auch aus der Gesellschaft auszutreten und die Auszahlung des Betrags des Vermögensanteils, der seinem Anteil am Stammkapital der Gesellschaft entspricht, anzufordern (diese Option ist in der Satzung der Gesellschaft vorzusehen). Die Anzahl der Teilnehmer an der Gesellschaft mit beschränkter Haftung darf über 50 Personen nicht hinausgehen.

Aktiengesellschaft – das ist eine Handelsgesellschaft, deren Kapital in einige Aktien aufgeteilt ist. Die Gesellschafter haften für die Verpflichtungen der Gesellschaft nur im Rahmen der ihnen angehörenden Aktien. Es gibt öffentliche und nichtöffentliche (bis zum 1. September 2014 gab es offene und geschlossene Gesellschaften) Aktiengesellschaften. Offene (öffentliche) Aktiengesellschaften unterscheiden sich durch unbegrenzte Anzahl von Aktienbesitzern und den Freiverkehr der Aktien auf der Börde. Die offene (öffentliche) Aktiengesellschafte ist verpflichtet die Information über ihre Tätigkeit zu offenbaren für die Erhöhung der Öffentlichkeit und der Durchsichtigkeit von Investitionsprozessen. Das Stammkapital der offenen (öffentlichen) Aktiengesellschaft soll über 1000 Mindestarbeitslöhne betragen.

Die Aktien der geschlossenen (nichtöffentlichen) Aktiengesellschaft werden nur unter den Gründern oder innerhalb eines im Voraus bestimmten Personenkreises aufgeteilt. Dabei haben die Aktienbesitzer das Vorerwerbsrecht auf die Aktien im Falle des Verkaufs seitens anderer Aktienbesitzer. Die Anzahl der Teilnehmer an ZAO (geschlossene Aktiengesellschaft) darf über 50 Personen nicht hinausgehen (weiter wird die Gesellschaft in OAO - offene Aktiengesellschaft - umgeformt). Das Stammkapital der geschlossenen (nichtöffentlichen) Aktiengesellschaften soll über 100 Mindestarbeitslöhne betragen.