Geistige Ressourcen

Die Russische Föderation ist ein Staat mit einem hohen Bildungsniveau der Bevölkerung auch im Vergleich zu den meist entwickelten Ländern der Welt. Außerdem gibt es in Russland generell und im Fernen Osten eine solide Basis für wissenschaftliche Studien. Die meist populären Branchen der Lehr- und wissenschaftlichen Tätigkeit im Fernen Osten sind technische Wissenschaften, Wirtschaft, Erdöl- und Gasbranche.

In Russland beträgt der Anteil der Personen im Alter zwischen 25 und 64 Jahren mit Fachausbildung und Hochschulbildung 53%. Das ist das höchste Niveau in den Ländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (der Organisation gehören die meisten Länder der Europäischen Union sowie die USA, Kanada, Australien u.a. an), wo der Durchschnittswert bei 33% liegt.

Im Ergebnis von zahlreichen Hochschulratings kann heute die föderale Universität Fernost als die führende Hochschule des föderalen Bezirkes Fernost bezeichnet werden. Im regionalen Rating der Hochschulen des Fernen Osten und Transbajkaliens, das von der Agentur „Interfax" zusammengestellt wurde, belegte sie Platz eins. Zu einer wichtigen Anregung für die Entwicklung der Bildung und Wissenschaft in dieser Hochschule wurde die Durchführung des APEC-Gipfeltreffens 2012 auf ihrem Gelände. Jetzt nimmt die Universität an gemeinsamen wissenschaftlichen Studien mit wissenschaftlichen Zentren von Japan und China aktiv teil.

Die Daten aus den Ratings werden bestätigt, wenn man die Ergebnisse der Einstiegskampagne des Jahres 2014 betrachtet. Es hat sich herausgestellt, dass Bildungseinrichtungen des Fernen Osten nicht nur bei örtlichen Abiturienten gefragt sind. In den Hochschulen des Bezirkes, insbesondere in der föderalen Ammosov-Universität Nord-Ost, Tomsker Staatlichen Universität, der staatlichen Universität für Wirtschaft und Service Wladiwostok studieren ständig Studenten aus China und Japan sowohl auf kostenpflichtiger Basis, als auch im Rahmen von Austauschprogrammen. Zu den meist gefragten Studiengängen wurden Rechtswissenschaften und Wirtschaft (über 30 Bewerber um einen Studienplatz) sowie Stomatologie und Erdölgasstudiengänge (über 20 Bewerber um einen Studienplatz).

Im System der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses des föderalen Bezirkes Fernost stehen technische Studiengänge im Mittelpunkt. Zum Stand Ende 2013 entfallen darauf 26% aller Aspiranten. Platz zwei belegen wirtschaftliche Wissenschaften mit 14,6%. Danach rangieren je nach Gefragtheit Medizin (7,7%), biologische Wissenschaften (7,3%) und Rechtswissenschaften (6,2%). Insgesamt gab es im föderalen Bezirk Fernost Ende 2014 circa 4000 Aspiranten.

Aufschlüsselung der studierenden Aspiranten in Studiengänge im föderalen Verwaltungsbezirk Fernost Ende 2014*, %

In der Aufschlüsselung der studierenden Doktoranden in Studiengänge belegen Platz eins technische Wissenschaften mit über 27%. Aber Platz zwei belegen physisch-mathematische Disziplinen (16,9%). Insgesamt studieren im Fernen Osten 75-90 Doktoranden jährlich.

Aufschlüsselung der studierenden Doktoranden in Studiengänge im föderalen Verwaltungsbezirk Fernost Ende 2014, %

Das Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Russischen Föderation hat ein ressortgebundenes Zielprogramm „Weiterbildungsprogramm für ingenieur-technisches Personal für 2015-2016" entwickelt.

Außerdem finanziert die russische Regierung das Studium von russischen Staatsangehörigen im Ausland im Rahmen des Programms „Globale Bildung". Die Studenten, die ein Stipendium bekommen haben, werden nach Hochschulabschluß nach Russland für mindestens drei Jahre zurückkehren müssen. Eine der Rückkehrrichtungen ist der Fernost, wo das Entwicklungsprogramm für die nächsten 10-12 Jahre die Schaffung von 500.000 – 700.000 hochqualifizierten Arbeitsplätze voraussetzt. Das Programm „Globale Bildung" ist eine der Quellen der geistigen Verwaltungsressourcen für die Großregion.

Im föderalen Bezirk Fernost werden viele Weiterbildungsprogramme in unterschiedlichen Studiengängen auch mit Schwerpunkten Technik und Ingenieurwesen umgesetzt. Ein kontinuierliches Ausbildungssystem wird sowohl von staatlichen Lehranstalten, deren Hauptaufgabe die Ausbildung von Spezialisten mit Berufs- oder Hochschuldbildung, als auch von Einrichtungen, die sich auf zusätzliche Programme spezialisieren, umgesetzt.

Neben den Bildungseinrichtungen spielen im wissenschaftlichen Potential des Fernen Osten wissenschaftliche Einrichtungen, viele von denen dem Groß- und Mittelgeschäft zusammenarbeiten, eine große Rolle, indem sie Studien auf kommerzieller Basis durchführen. Das meist entwickelte Wissenschaftszentrum ist die fernöstliche Abteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften. Diese Abteilung stellt ein komplexes System dar, das wissenschaftliche Institute und Stationen sowie Tierschutzgebiete in sich schließt, die quasi den ganzen Fernost umfassen. Wissenschaftliche Zentren der fernöstlichen Abteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften befinden sich in den Städten Magadan, Blagoweschtschensk, Juzhno-Sakhalinsk, Wladiwostok, Сhabarowsk, Petropawlowsk-Kamtschatski. Außerdem funktionieren Institute der Abteilung in Birobidzhan und Anadyr. Die Tätigkeit der intellektuellen Zentren wird von der internationalen wissenschaftlichen Vereinigung ständig in Augenschein genommen. So ist zum Beispiel das Institut für Frostbodenkunde der sibirischen Abteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften die führende wissenschaftliche Organisation im Bereich der Erforschung vom Dauerfrostboden. Veröffentlichungen der Mitarbeiter fließen ständig in internationale Berichte ein, das Zentrum besitzt einzig dastehende Anlagen: ein unterirdisches Dauerfrostlabor.

In Chabarowsk betreibt seine Tätigkeit das wissenschaftliche Forschungszentrum für kosmische Hydrometeorologie „Planet". Das ist die wissenschaftliche Schlüsselorganisation für die Entwicklung von nationalen Weltraumsystemen sowie für die Annahme und Bearbeitung von Daten ausländischer Satelliten.

In Juzhno-Sakhalinsk sind die für die internationale wissenschaftliche Gemeinschaft interessanten Organisationen wie z.B. das wissenschaftliche Forschungsinstitut für Fischwirtschaft und Meereskunde Sakhalin sowie das Institut für Meeresgeologie und Geophysik der fernöstlichen Abteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften tätig. 2014 wurde das Institut von Mitarbeitern des wissenschaftlichen Innovationsnetzes der Botschaft Großbritanniens in Moskau besucht.